Stefan
Jahrgang 1950
   
     
Mit 16 habe ich dank meines Taufpaten das Segeln entdeckt. Die erste Saison „diente“ ich an der Fock eines Piraten, in der zweiten steuerte ich bereits einen Finn Dinghy und nahm in lokalen Regatten teil. Bei den Jugendmeisterschaften in der dritten Saison habe ich Freundschaft mit dem Sohn eines Segelschulebesitzers in Wien geschlossen. Nach der A-Scheinprüfung war ich dort drei Jahre Segellehrer.

Nach der Familiengründung begann eine lange Segelpause (32 Jahre), die nur durch kurze Ausfahrten am Neusiedler See unterbrochen wurde.

Nach dem ich Renate kennengelernt hatte, ist das Segeln immer wieder Thema gewesen. Weiteren Impuls dazu bekamen wir durch unsere Freunde Daniela und Michael aus Frankfurt, in dem sie uns zu einem Segeltörn nach Holland einluden. Wieder im Wien beschlossen wir jetzt und nicht irgendwann aus dem A-Schein mehr zu machen. Elfi und Christian haben uns den Entschluss erleichtert – sie fanden eine Segelschule, die wir dann gemeinsam besuchten.

Die theoretische Prüfung FB3 haben wir auf Anhieb bestanden. Nach weiteren Törns und Skippertrainings scheiterte ich am ersten Versuch die praktische Prüfung abzulegen. Aber jetzt hat mich der Segelvirus voll erwischt – ein Sicherheitstraining, eine Funklizenz und noch ein Skippertraining mit abschließender Prüfung – FB3 bestanden.

Meinen ersten Törn als Skipper habe ich in einem mir bekannten Segelrevier – Golf von Neapel – durchgeführt. Renate war mein Co-Skipper, auch zwei weitere FB-Schein Besitzer waren an Bord.

2014, nach 30 Törns - gibt es noch eine Ausbildungssteigerung?

Ja doch, der FB4 Schein. Anfragen nach einem Kurs, bei mehreren Segelschulen auf der Messe Tulln, blieben erfolglos. Entweder gab es Absagen oder vage Möglichkeiten in vielleicht 2-3 Jahren. So deckte ich mich mit entsprechender Literatur ein. Nach einem halbtägigen Theoriekurs über Astronavigation, mit einem Privatlehrer, begann wochenlanges Üben der Beispiele. Die Anleitungen zur Durchführung der Berechnungen waren in den Büchern zwar vorhanden, aber für mich unhandlich. Da für eine derartige Berechnung ja viele Parameter berücksichtigt werden müssen und keiner vergessen werden darf, habe ich mein eigenes Rechenformular entwickelt.

Im Jänner 2015 bin ich dann zu der theoretischen und im April zu der praktischen Prüfung angetreten. Atlantiküberquerung werde ich nicht machen, aber der FB4 Schein dokumentiert die gesammelte Erfahrung der vielen Törns.